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Rettungshunde


Durch die Rettungshunde-Ausbildung können der Hund und sein Hundeführer in verschiedensten Situationen Menschen in Not retten.

Sicherlich ist jedem der eine oder andere Bericht über erfolgreiche Rettungsaktionen von Hunden bei Erdbeben- oder Lawinenkatastrophen noch gut in Erinnerung, die Medien berichten immer wieder davon. Doch auch bei lokalen Einsätzen (z.B. verirrte Kinder oder ältere Menschen) werden Rettungshunde immer wieder gerne in Anspruch genommen. Auch im Zeitalter der modernsten Technik kann ein rascher und gut organisierter Einsatz von einem optimal ausgebildetem Rettungshundeteam (Hund + Mensch) durch nichts ersetzt werden.
 

   Die Rettungshundearbeit

Ein Rettungshund wird dazu ausgebildet, Menschen in Notsituationen zu finden und dies seinem Hundeführer durch anhaltendes Bellen mitzuteilen, während der Hund beim Opfer verweilt (Ausnahme Wasserrettung). Es gibt folgende Einsatz-Sparten:

  Das Rettungshunde-Team

Ein Rettungshundeteam besteht aus dem Hund und seinem Hundeführer und ist nur im Team voll einsatzfähig.

Es ist daher selbstverständlich, dass auch beide neben einer soliden Ausbildung reichlich Zeit und viel, viel Spaß an der Arbeit haben sollten. Dass gegenseitiges Vertrauen die Basis für jeglichen Erfolg ist, ist nicht nur für die Rettungshundearbeit ein absolutes Muss.
 

Der Rettungshund 

Als Rettungshund eignet sich prinzipiell jeder Hund, der:

Zu große und schwere Hunde (z.B. Doggen) oder zu kleine Hunde (z.B. Papillon) werden sich eher nicht eignen, weil sie sehr wahrscheinlich Probleme mit dem unwegsamen Gebiet haben (steile Abhänge, große Trümmer).

Weiters ist zu beachten, dass der Hundeführer seinen Hund bei für den Hund nicht passierbaren Stellen (Mauern, Leitern, Felswänden etc.) tragen muss, sodass hier auch das Verhältnis Hundeführer:Hund (Hundeführerin 55 kg, Bernhardiner 80 kg) überlegt sein sollte.
 

Der Rettungshunde-Führer 

Auch an den Hundeführer werden einige Anforderungen gestellt, die nicht unterschätzt werden sollten:

Gewandtheit (der Hundeführer begleitet den Hund bei seiner Sucharbeit in jedem Gelände, wobei es immer wieder vorkommen kann, dass er/sie den Hund über unpassierbare Stellen bewegen muss (z.B. Mauern, Leitern etc.)

gute Kondition (sowohl Training als auch Einsätze können schon über mehrere Stunden dauern)

lernfreudig (auch für den Hundeführer beginnt nach der ca. 1,5 Jahre dauernden Grundausbildung die "echte" Arbeit)

Teamfähigkeit (Rettungsarbeit bedeutet Teamarbeit)

viel Zeit (neben der Arbeit mit dem Hund - mind. 2 Tage in der Woche ist auch noch Theoriewissen (z.B. Kartenkunde, Erste Hilfe, Prüfungsordnungen etc.) und jede Menge Zeit für Einsatzübungen und Echteinsätze erforderlich)
 

Ausbildung

Gleich vorab sollte erwähnt werden, dass die Rettungs-Ausbildung für Hund und Hundeführer ein sehr zeitintensiver und auch mühsamer Weg ist. Wie bei jeder Hundeausbildung ist eine einwandfreie Beziehung, das gegenseitige Vertrauen zwischen Hund und seinem Führer die Basis für jegliche erfolgreiche Arbeit.

Die Rettungshundeausbildung ist vielfältig und besteht aus mehreren Sparten (siehe unten). Im Normalfall dauert es ca. 1 bis 1,5 Jahre bis zur ersten Prüfungsstufe, natürlich hängt dies immer von bestimmten Faktoren, wie Rasse, Alter und Vorbildung des Hundes oder Trainingsintensivität ab.   

Mit einer bestandenen Prüfung ist die Arbeit jedoch noch lange nicht getan. Wer ein verlässliches Rettungsteam werden bzw. bleiben will, muss sich bewusst sein, dass ein Hundeleben lang trainiert werden muss, um "in Schuss" zu bleiben. Je nach Ziel - vom Rettungs-Sporthund mit dem Ziel von Prüfungs- oder Turnier- bis zur WM-Teilnahme bis zu jenen Einsatz-Teams, die jederzeit in Einsatz gehen wollen, auch im Ausland - kann der Zeitaufwand für Training, eigene Kondition, Weiterbildung, Einsatzübungen etc. sehr intensiv sein, was vor allem mit Beruf und Familie rechtzeitig abgestimmt sein sollte.

 Wie bereits erwähnt, besteht Rettungshundearbeit aus folgenden Sparten:

Unterordnung und Gewandtheit muss jeder Rettungshund beherrschen, die einzelnen Einsatzsparten (Sucharten) sind je nach Prüfungsstufe wählbar. Es eignet sich nicht jeder Hund für alle Sucharten, die Hunde sind meist Spezialisten (z.B. Neufundländer als optimale Wasser-Rettungshunde).
 

Prüfungen, Turniere, Meisterschaften, Einsatzübungen

Nach ca. 1 - 1,5 Jahren wird es für gewöhnlich soweit sein, dass die erste Rettungshunde-Prüfung abgelegt werden kann. Wie man aus der Prüfungsordnung (siehe eigener Menüpunkt links) entnehmen kann, gibt es neben der Eignungsprüfung für jede Suchart eigene Prüfungen, die wiederum in max. 3 Stufen möglich sind (A=1. Stufe, C=höchste Stufe). 

Neben Prüfungen kann man auch an Wettbewerben, deren höchste Veranstaltung die jährliche Weltmeisterschaft, die jedes Jahr in einem anderen Land stattfindet, teilnehmen, wo man seinen jeweiligen Ausbildungsstand auch mit internationaler Konkurrenz überprüfen kann.

Die Teams der ÖGV-Rettungshunde veranstalten darüber hinaus in regelmäßigen Abständen Trainingswochen und Katastrophenübungen (z.B. auf der Hohen Wand in NÖ), die ein Training  unter "Echtbedingungen" ermöglichen, das für den Echteinsatz überaus wichtig ist, sowohl für Hund als auch für den Hundeführer.

Aber auch hier dürfen der Spaß und die Freude an der Arbeit mit dem Hund und in der Gruppe niemals fehlen.

 

Einsatzsparten im Detail
 

Fährtensuche

Bei der Fährtensuche folgt der Rettungshund selbständig einer Spur, die z.B. ein verirrter Mensch hinterlassen hat. Dabei sind die Hunde oft in der Lage eine Spur zu verfolgen, die schon mehrere Stunden alt ist.
 

Flächensuche

Im Gegensatz zur Fährte ist hier nicht bekannt, wo sich die Spur des Vermissten befindet (z.B. hat sich ein Kind in einem Waldstück verirrt). Aus diesem Grund muss die ganze Fläche durchsucht werden. Dabei wird der Hund vom Hundeführer in Zickzackbewegungen zum Suchen durch das Gelände geschickt. Der Hundeführer bewegt sich dabei in gerader Linie durch den ihm zugeteilten Suchbereich.

Zur Flächensuche werden mehrere Teams gleichzeitig eingesetzt, sodass innerhalb kürzester Zeit ein relativ großes Gebiet durchsucht werden kann, um vermisste Personen aufzustöbern.
 

Trümmersuche

Die Trümmersuche ist eine sehr schwierige Aufgabe für einen Rettungshund. Dabei muss sich der Hund auf und in eingestürzten Gebäuden bzw. Trümmerfeldern bewegen und völlig selbständig nach verschütteten Opfern suchen.

Aufgrund der meist kritischen Situation (z.B. nach Hauseinstürzen oder Erdbeben) kann der Hundeführer hier nur begrenzt Hilfestellung leisten.
 


Lawinensuche
 

Lawinenhunde sind in Österreich leider sehr oft im Einsatz, weil sie hier ganz besonders durch nichts ersetzbar sind. Dabei muss der Hund wie bei der Flächensuche unter Anleitung seines Hundeführers ein Gebiet nach einem Lawinenabgang selbständig nach Verschüttenden absuchen, wobei hier aufgrund der meist tiefen Temperaturen der rasche Einsatz ganz besonders für eine erfolgreiche Suche entscheidend ist. 

 

Wasserrettung 

Die Aufgabe eines ausgebildeten Wasser-Rettungshundes besteht darin, Menschen in Seenot (Ertrinkende oder bereits Bewusstlose) zu bergen, wobei dies auch selbständig vom Hund durchgeführt werden können muss (zu große Gefahr für den Hundeführer etc.)

Außerdem soll ein ev. Rettungsschwimmer vor Ort unterstützt werden, z.B. durch Überbringen einer Schwimmhilfe oder Rettungsschwimmer beginnt mit der Wiederbelebung, Hund zieht das Opfer zum Ufer.
Nähere Info unter: http://www.hundewasserrettung.at  


 

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